Antrag zur Erweiterung des Gasversorgungsnetzes

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Wir haben uns als SPD-Fraktion etwas tiefergehend mit dem Thema befasst, weil uns natürlich bewusst ist, dass sowohl Grund als auch Zeitpunkt dieser Antragstellung wegen der aktuell steigenden Erdgaspreise nicht auf den ersten Blick verständlich erscheinen.

Warum dieser Antrag?

Das Gasversorgungsnetz in Eiterfeld besteht seit vielen Jahren und umfasst nur einen geringen Teil des Gemeindegebiets.

Frühere Anträge und Anfragen zur Erweiterung für andere Ortsteile wurden bisher abgelehnt. In Großentaft gab es vor 4-5 Jahren eine Interessensabfrage, die im Ergebnis mehr als die wirtschaftliche Mindestzahl an Anschlussinteressenten zusammenbrachte. Sie wurde bisher jedoch nicht umgesetzt.

Es gibt zu diesem Thema immer wieder Anfragen von Bürgern, so dass wir uns entschlossen haben, eine erneute Prüfung der Erweiterungsmöglichkeiten zu beantragen.

Wir sind grundsätzlich der Meinung, eine sinnvolle Gestaltung der von einer großen Mehrheit gewollten Energiewende gelingt nur mit einer breiten Streuung der verfügbaren Energieformen und dazu gehört auch ein weiterer Ausbau des Erdgasnetzes.

Warum dieser Antrag jetzt?

Ganz grob umrissen: weil man beim Thema Energieversorgung langfristig und vor allem antizyklisch denken muss.

Ja, Erdgas ist ein fossiler Energieträger, aber gegenüber Kohle und Erdöl derjenige mit den niedrigsten spezifischen CO² – Emissionen (Erdöl: 220 gr., Erdgas: 147 gr.).

Während der Kohleausstieg abzusehen ist, wird Erdgas weiter eine wesentliche Rolle bei der Energieversorgung spielen und wird als Übergangstechnologie – bis zur Erreichung der Vollversorgung durch erneuerbare Energien – genutzt werden.

Die Energiewende ist ein Prozess mit dem – im Pariser Klimaabkommen formulierten – Ziel, bis 2050 einen Anteil von 80% der fossilen Energieträger durch Erneuerbare zu ersetzen.

Zur Erreichung dieses Zieles ist es mindestens genauso wichtig, unseren Energieverbrauch nicht immer weiter zu steigern, sondern zu reduzieren.